Ratgeber

Anbieter wechseln & vom Miettank zum eigenen Tank

Anbieter wechseln und vom Miettank zum eigenen Tank: Was die Lieferbindung bedeutet, wie der Wechsel abläuft und wann sich der eigene Tank lohnt.

Stand: 23. September 2026 · Flüssiggas on Net

Viele Haushalte heizen seit Jahren mit Flüssiggas aus einem Miettank und zahlen dabei oft mehr als nötig. Der Grund ist die Lieferbindung: Wer den Tank mietet, muss das Gas meist beim Vermieter kaufen und kann Preise nicht vergleichen. Ein Wechsel kann sich lohnen. Dieser Beitrag zeigt, wie er gelingt.

Was die Lieferbindung bedeutet

Bei einem klassischen Mietvertrag gehört der Tank dem Versorger. Im Vertrag ist rechtlich festgelegt, dass Sie das Flüssiggas ausschließlich beim Vermieter beziehen dürfen. Solange diese Bindung besteht, ist ein freier Preisvergleich unmöglich. Der Versorger bestimmt den Preis, und Sie haben keinen Verhandlungsspielraum. Viele Miettank-Verträge sehen lange Laufzeiten vor, nicht selten zehn Jahre. Gegenüber Privatkunden können vorformulierte Erstlaufzeiten von mehr als zwei Jahren aber unwirksam sein (§ 309 Nr. 9 BGB). Ein Blick in den Vertrag lohnt sich, im Zweifel prüft ihn die Verbraucherzentrale.

Zwei Wege zu mehr Freiheit

Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, sich aus dieser Lage zu lösen:

  • Weg 1: Den Miettank übernehmen. In vielen Fällen lässt sich der vorhandene Miettank vom bisherigen Anbieter abkaufen. Dann gehört der Behälter Ihnen, die Lieferbindung entfällt sofort und der Tank muss nicht aufwendig ausgetauscht werden. Beachten Sie jedoch: Mit dem Eigentum gehen auch die gesetzlichen Prüfpflichten (z. B. die TÜV-Prüfung alle 10 Jahre) auf Sie über.
  • Weg 2: Einen eigenen Tank aufstellen. Alternativ können Sie einen eigenen, neuen Tank aufstellen lassen und den alten Miettank an den Versorger zurückgeben. Mit einem eigenen Tank sind Sie dauerhaft frei in der Anbieterwahl. Die Vor- und Nachteile von Kauf und Miete vergleichen wir im Beitrag Tank kaufen oder mieten.

So läuft der Wechsel ab

Ein Wechsel will geordnet vorbereitet sein. Die typischen Schritte sind:

  • Vertrag prüfen: Welche Kündigungsfristen gelten? Gibt es eine vertragliche Kaufoption für den Miettank?
  • Bestand und Restgas klären: Befindet sich noch Gas im Miettank? Dieses darf bei einem Tanktausch nicht einfach umgepumpt werden. Der alte Anbieter muss den Tank absaugen und schreibt das Restgas (meist abzüglich einer Gebühr) gut.
  • Lösung wählen: Miettank übernehmen oder eigenen Tank aufstellen.
  • Umstellung organisieren: Bei einem neuen Tank werden Aufstellung, Prüfung vor Inbetriebnahme und Anschluss geplant, siehe Tank aufstellen.
  • Neuen Lieferanten wählen: Danach beziehen Sie Ihr Gas frei zum fairen Tagespreis.

Wann sich der Wechsel rechnet

Ob sich der Wechsel lohnt, hängt von der Höhe der bisherigen Tankmiete, dem aktuellen Gaspreis des Anbieters, Ihrem Jahresverbrauch und den Kosten für die neue Anlage ab. Je höher Ihr Verbrauch und je größer der Preisunterschied auf dem freien Markt ist, desto schneller zahlt sich die Unabhängigkeit aus. Sinnvoll ist es, die laufenden Kosten über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren gegenüberzustellen. Wie der freie Marktpreis zustande kommt, lesen Sie unter Den Flüssiggas-Preis verstehen.

Kurz zusammengefasst

Ein Miettank bindet Sie an einen einzigen Anbieter und verhindert den Preisvergleich. Wer den Tank übernimmt oder einen eigenen aufstellt, gewinnt die Freiheit zurück, Preise zu vergleichen. Entscheidend sind die Einhaltung der Vertragsfristen und eine gut geplante Umstellung.

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