Ein Flüssiggastank muss fachgerecht aufgestellt werden. Dabei kommt es auf die passende Aufstellungsart, die korrekten Abstände zu Nachbargrundstücken oder Gebäuden sowie die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben an. Dieser Beitrag bietet Ihnen einen verständlichen Überblick.
Die drei Aufstellungsarten
Ein Flüssiggastank lässt sich auf drei verschiedene Weisen platzieren. Welche Variante die richtige ist, hängt von der Optik, dem verfügbaren Platz und dem Budget ab.
Oberirdisch: Der Tank steht gut sichtbar auf einem Betonfundament im Garten. Dies ist die einfachste und kostengünstigste Variante. Die Montage erfolgt meist zügig, und der Tank bleibt für Wartungen sowie die Befüllung optimal zugänglich. Der größte Nachteil ist die dauerhafte Sichtbarkeit im Garten.
Halboberirdisch: Der Tank wird teilweise im Boden versenkt, sodass nur ein Teil sichtbar bleibt. Diese Option ist ein guter Kompromiss aus dezenter Optik und moderatem Erdaushub.
Erdgedeckt (unterirdisch): Der Tank wird komplett in eine Grube eingelassen und mit Erde bedeckt. Sichtbar bleibt lediglich der Domschacht für die Befüllung. Das ist die unauffälligste Lösung, da die Gartenfläche optisch fast vollständig erhalten bleibt. Der Aufwand für die Erdarbeiten ist hierbei am höchsten.
Welche Variante wirtschaftlich zu Ihnen passt, vergleichen wir ausführlich unter Flüssiggastank oberirdisch oder erdgedeckt.
Schutzzonen (Ex-Zonen) und einzuhaltende Abstände
Damit bei einem potenziellen Gasaustritt keine Gefahr entsteht, muss um die Armaturen des Tanks eine Schutzzone (auch Ex-Zone genannt) eingerichtet werden. Innerhalb dieses Bereichs dürfen sich standardmäßig keine Zündquellen befinden.
Radius der Schutzzone: Um die Mitte des Domdeckels gilt im Regelfall ein Radius von 3 Metern als Ex-Zone (Zone 2). Innerhalb dieses Bereichs darf während des Befüllens kein Rasen gemäht werden und es dürfen keine Zündquellen (z. B. Steckdosen, Lichtschalter, Lampen oder Grillplätze) vorhanden sein. Direkt um das Füllventil gilt bei Standardtanks ein engerer Sicherheitsbereich von 1 Meter (Zone 1).
Gefahr durch Senken: Da Flüssiggas schwerer als Luft ist, darf die Schutzzone keine Kelleröffnungen, Gullys, Schächte oder tiefer liegendes Gelände umfassen. Gas könnte sich dort unbemerkt ansammeln.
Grenzabstände: Zu Gebäuden, Grundstücksgrenzen und öffentlichen Verkehrsflächen gelten strikte Mindestabstände. Der Abstand zum Haus beträgt in der Regel mindestens 1 Meter (bei öffnungslosen Wänden ausnahmsweise bis zu 0,5 Meter). Zum Nachbargrundstück wird ein Abstand von mindestens 1 bis 3 Metern empfohlen, damit die Ex-Zone nicht auf das fremde Grundstück ragt und der Tankwagen ungehindert befüllen kann. Ein oberirdischer Tank erfordert dabei meist größere Abstände zu brennbaren Objekten als ein unterirdischer Tank.
Maßgebliche Vorgaben und Vorschriften
Die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen für die sichere Aufstellung sind in Deutschland streng geregelt. Die maßgeblichen Vorgaben ergeben sich aus den anerkannten Regeln der Technik, insbesondere aus:
- TRF (Technische Regeln Flüssiggas): Sie bilden das wichtigste Regelwerk für die Errichtung und den Betrieb von Flüssiggasanlagen.
- BetrSichV (Betriebssicherheitsverordnung): Regelt die ordnungsgemäße Prüfung der Anlage vor der Inbetriebnahme sowie alle wiederkehrenden Sicherheitskontrollen.
- GefStoffV (Gefahrstoffverordnung): Bestimmt die Anforderungen an den Explosionsschutz und die Gefährdungsbeurteilung.
Gesetzliche Prüffristen für Flüssiggastanks
Um die Betriebssicherheit dauerhaft zu gewährleisten, verpflichtet die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) jeden Betreiber zu regelmäßigen Kontrollen:
- Äußere Prüfung (alle 2 Jahre): Hierbei untersucht eine befähigte Person die Tankhülle, die Armaturen sowie die direkte Tankumgebung auf sichtbare Mängel oder Bewuchs.
- Innere Prüfung (alle 10 Jahre): Diese tiefgehende Untersuchung wird durch eine Zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS wie TÜV oder DEKRA) durchgeführt, um den Zustand des Behälters von innen zu beurteilen. Meist erfolgt dabei auch die Festigkeitsprüfung.
- Rohrleitungsprüfung (alle 10 Jahre): Parallel zur inneren Prüfung müssen auch die verlegten Gasrohre von einer Fachfirma auf Druckfestigkeit und Dichtigkeit kontrolliert werden.
Wer die Prüfungen durchführt, lesen Sie unter Tankprüfung und Sicherheit, Richtwerte zu den Kosten auf der Seite Flüssiggastank.
Zusammenfassung: Das Wichtigste auf einen Blick
Wer einen Flüssiggastank aufstellen möchte, muss kein Technik-Experte sein, sollte aber die Kernpunkte kennen:
- Aufstellungsart: Oberirdisch ist am günstigsten und schnellsten montiert, erdgedeckt ist dafür im Garten unsichtbar.
- Sicherheit geht vor: Im Umkreis von 3 Metern um den Tankdeckel dürfen keine Zündquellen und keine offenen Schächte liegen.
- Abstände einhalten: Halten Sie mindestens 1 Meter Abstand zu Gebäuden und planen Sie den Platz zum Nachbargrundstück so ein, dass die Schutzzone auf dem eigenen Grundstück bleibt.
- Prüfpflichten: Vergessen Sie nicht die gesetzlichen Kontrollen. Alle 2 Jahre erfolgt die äußere Sichtprüfung, alle 10 Jahre die große innere Sicherheitsprüfung inklusive der Rohrleitungen.
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